Sportkegeln im Bereich Classic
Allgemeines
Sportkegeln wird im allgemeinen als Mannschaftssportart gespielt. Eine Mannschaft besteht aus 6 Spielern in manchen unteren Klassen auch 4 Spieler. Auch werden Einzel- Paar- und Mixed-Meisterschaften abgehalten. Neu dazugekommen sind Tandem- und Sprintbewerbe, die im KO System gespielt werden.
100/200 Wurf im DKB
Das im DKBC (also dem Classic-Bereich des DKB) betriebene Spielverfahren gliedert sich in Mannschaftsspiele zu je sechs Spielern (außer in der untersten Klasse, in der mit je 4 Spielern gespielt wird). Bei Damen- und in den unteren Herrenklassen werden pro Spieler/in 100 Wurf über 2 Bahnen, ab der Kreisliga (bzw. Bezirksklasse) werden bei den Herren pro Spieler 200 Wurf über 4 Bahnen gespielt. Ein Durchgang ist zeitlich auf 20 Minuten begrenzt. Jeder Spieler/in absolviert pro Bahn 50 Wurf kombiniert (25 Wurf in die Vollen und 25 Wurf Abräumen) wobei zuerst auf die Vollen gespielt wird. Nach einem Durchgang wechselt der Spieler mit seinem Gegner die Bahn. Sein Ergebnis wird auf die jeweilige Bahn übertragen. Alle Spielergebnisse von allen 6 bzw. 4 Spieler/innen werden zusammengezählt und dem Gegner gegenübergestellt. Gewonnen hat jene Mannschaft, die mehr Kegel hat. Unentschieden ist bei Kegelgleichheit. Weiterhin werden neben den Mannschaftsmeisterschaften in jedem Jahr auch Einzelmeisterschaften im DKBC zur Ermittlung der deutschen Einzelmeister durchgeführt. Hierbei müssen sich die Einzelspielerinnen und -spieler über Kreis-, Regional- und Landesmeisterschaften für das Finale qualifizieren.
120 Wurf International
International und in den meisten anderen Europäischen Ländern wurden 120 Wurf kombiniert (30 Wurf je Bahn : 15 Wurf Volle, 15 Wurf Abräumen) über 4 Bahnen mit 6 Spieler eingeführt. Gewertet wird Mann gegen Mann. Die 120 Wurf werden von Damen und Herren in allen Altersklassen gespielt ! Der Heimverein beginnt immer auf den ungeraden Bahnen. Nach jedem Durchgang (Satz), der 12 Minuten dauern darf, wird 1 Satzpunkt ausgespielt. Bei Kegelgleichheit gibt es einen Halben Punkt für jeden Spieler. Danach wird die Bahn gewechselt. Nach vier Durchgänge bekommt der Spieler mit mehr Satzpunkten 1 Mannschaftspunkt. Bei Satzgleichstand 2:2 bekommt der Spieler mit mehr Kegelanzahl den Mannschaftspunkt. Ist bei Satzgleichstand auch die Kegelanzahl gleich, so bekommt jeder Spieler/in einen Halben Mannschaftspunkt. Zusätzlich gibt es für die Mannschaft mit mehr Gesamtkegel 2 Mannschaftspunkte. Bei Kegelgleichheit jede Mannschaft 1 Mannschaftspunkt. Anschließend werden die Mannschaftspunkte (6 Spieler + Mannschaft) zusammengezählt. Insgesamt werden 8 Mannschaftspunkte ausgespielt. Es ist daher ein Sieg von 8:0 bis 4,5:3,5 möglich sowie ein Unentschieden bei 4:4 Mannschaftspunkte. In die Tabelle bekommt der Sieger 2 Punkte, bei Unentschieden 1 Punkt, der Verlierer 0 Punkte. Als zweite Wertung bei Punktegleichstand (Torverhältnis) werden auch die Mannschaftspunkte und die Satzpunkte in die Tabelle eingetragen.
Durch die Einführung der 120 Wurf wollte man ein einheitliches Spielsystem einführen, dass von allen Sportkegler/innen in allen Altersklassen gespielt wird, da jedes Land verschiedene Wurfdistanzen und Punktesysteme hatte. Weiters wollte man die Spannung erhöhen, da bei jedem Satz bereits ein Punkt ausgespielt wird und eine Mannschaft auch mit mehr Gesamtkegel das Spiel verlieren oder unentschieden beenden kann.
Die 120 Wurf werden auch international bei Weltmeisterschaften, Europapokal, Einzelweltpokal, Championate usw. gespielt.
Insgesamt gibt es 130.000 Classic-Kegler weltweit. Davon 90.000 aktive Spieler in Deutschland. Der Weltverband der Classic-Kegler (NBC) versucht entgegen den Wünschen der Mehrheit der Spieler in Deutschland, dieses System per Beschluss einzuführen. Da sich der Deutscher Keglerbund Classic (DKBC) gegen einen Eingriff in die nationale Hoheit wehrt, war Deutschland mehrfach international gesperrt. Aktuell ist die Sperre ausgesetzt, und bei den Weltmeisterschaften 2006 konnte Deutschland seine Spitzenstellung sofort wieder untermauern. Anfang 2007 soll in einem Gerichtsverfahren geklärt werden, ob der Weltverband berechtigt ist, den einzelnen Nationen das Spielsystem vorzuschreiben.
Kegel
Derzeit werden im Aktivenbereich zwei unterschiedliche Kegelformen gespielt: Der gerade geschnittene 2000-Kegel und der bauchige Top-Kegel. Die Wahl der Kegelform, welche auf einer Kegelbahn zum Einsatz kommt, kann während der Saison geändert werden solange auf allen Bahnen die gleichen Kegel eingebaut sind. Aktuell (2006) werben Hersteller und manche Verbände für den bauchigen Top-Kegel, da mit diesem ein besserer Kegelfall und optimalere Schlagergebnisse verbunden sein sollen. Außerdem reduzieren sich die "Durchläufer"(ein Schub der zwischen allen Kegeln durchläuft) mit der Jugendkugel.
Ergebnisse, Holzzahlen
Die Ergebnisse (Kegelsumme oder auch Holzzahl, da ein gefallener/umgeworfener Kegel als 1 Holz gerechnet wird) im (Sport)kegeln hängen von vielen Faktoren ab, die gemeinsam zusammen spielen und auf die sich ein (Sport)kegler einzustellen hat. Die wesentlichen Faktoren sind: die Kegelform (tatsächlich hat sich herausgestellt, dass durch den Top-Kegel im Allgemeinen bessere Zahlen möglich sind), die Bahnpflege (durch das Aufbringen von Gleitmitteln gemäß Reglement kann das Schlagverhalten maßgeblich verbessert werden), der Kugel-Lauf (Gerade, Bogen, Drall), etc. Entscheidend ist daher, wie gut sich ein Spieler auf eine Kegelbahn einstellen kann.
Durch die genannten Faktoren können die erzielten Einzelergebnisse teilweise stark voneinander abweichen. Die folgenden Zahlen sind also als grobes Mittel zu verstehen.
Am Ende eines Spiels erreicht ein durchschnittlicher Spieler auf 100 Wurf etwa 400 - 450 Holz. Gute Spieler erreichen bis zu 500 Holz und mehr, ein durchschnittlicher Spieler erreicht auf 200 Wurf etwa 850 - 950 Holz, gute Spieler erreichen hier 1000 Holz und mehr. Jedoch sind auch 1100 Holz und mehr bei Bundesligaspielern möglich und werden auf guten Bahnanlagen (s.o.) des öfteren erreicht.
Bei 120 Wurf erreicht eine durchschnittliche Spielerin etwa 480 Kegel, ein Spieler etwa 510 Kegel, bei Bundesligaspielerinnen sind 600 Kegel und mehr zu erreichen. Die Bundesliagspieler können 650 Kegel und mehr erreichen.
Ligen
DCL (Deutsche Classic Liga) - Bundesliga Ost / West - 2. Bundesliga Ost / Nord / West / Süd - "Bayernliga" (Bundesländer!!) - Landesliga Nord / Süd - Regionalligen (meistens zwei Regierungsbezirke zu einer Liga zusammengeschlossen) - Bezirksoberliga - Bezirksklasse Nord / Süd / Ost / West - Kreisoberliga - Kreisliga - Kreisklasse A - Kreisklasse B- Kreisklasse C (4 Spieler und zum Teil auch gemischte Mannschaften)